Gefangen

F. von Suppé

Einst wohl blickt' ich still und heiter

in die schöne Welt hinaus,

bald doch zog mich Sehnsucht weiter

aus dem stillen Vaterhaus.

Als ich wähnt', in weiter Ferne

blüh' der Freiheit gold'nes Glück,

meines Lebens Schutz und Sterne

ließ ich scheidend gern zurück.

Und, ein Gott, mit meinen Träumen

wollt' ich kühn die Welt durchzieh'n,

nirgend, nirgend liebend säumen,

jede engen Lande flieh'n.

Aber nun ich dich gefunden,

ist gefangen dieses Herz,

und die Träume all' vergehen

in der Liebe süßen Schmerz.

Still und sinnend blick' ich wieder

hin nach meiner Liebe Stern,

nach dem einz'gen, der mir nieder

strahlt so nah' und doch so fern.

Und gefangen bin ich wieder,

bin gefangen wie noch nie,

doch den Fesseln tönen Lieder,

weil dein Zauber sie verlieh!