Liebesfrühling

F. von Suppé

Wie einst auf grünen Matten

im kühlen Waldesschatten

mein Arm dich hielt umfangen,

wie konnt' ich glücklich sein,

du Teure mein,

du Teure engelrein!

Munter und hell

rieselt der Quell,

murmelt von Liebe zu Busch und Gestein;

der Nachtigall

lieblicher Schall

stimmet so schmetternd voll Wonne mit ein,

und auch in meine Seele

zog holder Frühling ein,

und mit der Philomele

sang ich durch Flur und Hain:

Du Teure mein,

dies Herz ist dir geweiht,

will lieben dich in Ewigkeit!

O bleib bei mir

und lass uns selig sein!

Der Schnee deckt nun die Felder,

entlaubt sind alle Wälder;

weithin durch kahle Äste

ruf' klagend ich allein:

Du Teure mein,

du Teure engelrein!

Nimmer nun hell

rieselt der Quell,

eisige Fessel hält ihn mit Gewalt.

Der Nachtigall

lieblicher Schall

schmettert nun nimmer durch Fluren und Wald,

und ach, mein Herz beklommen,

es fragt voll Sehnsucht bang:

Wird wieder Frühling kommen,

zu stillen Liebesdrang?

Du Teure mein,

dies Herz ist dir geweiht,

will lieben dich in Ewigkeit!

O komm zu mir

und lass uns selig sein!