Der Abschied
F. von Wickede
Ein Wanderbursch zum Tor hinaus
zieht einsam in die Ferne,
am Hute keinen Blumenstrauß,
am Himmel keine Sterne.
Der Tag erlischt, es fällt der Tau,
süß duften Dorn und Flieder,
die Stadt versinkt in Dämmergrau;
kehr' wieder, kehre wieder!
Das Bündel leicht, das Herz so schwer,
kaum tragen es die Füße;
je weiter fort, je mehr und mehr
denkt er der Abschiedsgrüße.
Fahr' wohl, fahr' wohl, du Junggesell,
häng' nicht den Kopf so nieder,
die Zeit vergeht ja flügelschnell,
kehr' wieder, kehre wieder!
Mir ist die Welt so fremd, so weit,
wen frag' ich nach den Wegen?
Gibt mir denn niemand das Geleit
und niemand seinen Segen?
Ei, Wanderbursch, warum so bang?
Die Lerche singt dir Lieder!
Nur immer zu mit Sang und Klang!
Kehr' wieder, kehre wieder!