Mir ist, als müsst ich gehn und weinen

F. von Wickede

Mir ist, als müßt' ich gehn und weinen,

Weil du so schön und hold bist, Kind;

Ich weiß ja, daß die Engelreinen

Nie lang bei uns auf Erden sind.

Bei deinem Scherzen, deinem Singen

Möcht' ich in Andacht niederknien;

Schon seh' ich dich die Flügel schwingen,

Um von den Menschen zu entfliehn.

Doch glaubst du, in den Himmel gehe

Ein Pfad, als durch das Grab allein?

Nein, Mädchen! drum, wenn ich dich sehe,

Wein' ich, daß du so engelrein.