Der Weg zur Mühle

F. von Woyrsch

Allnächtlich zu der Mühle

Geh' ich den stillen Pfad;

Die hellen Sterne fallen,

Die weißen Nebel wallen,

Es braust aus tieser Kühle

Das flinke Mühlenrad.

Mich hindert aus dem Wege

Kein Regen und kein Wind;

Die schlimmen Hunde bellen,

Die lauten Pfiffe gellen,

Es schleichet auf dem Stege

Mein trautes Müllerkind.

Da hört man nicht das Kosen

Der Liebe in der Nacht;

Sie spähen wohl und lauschen,

Doch alle Räder rauschen,

Die wilden Wasser tosen,

Die Weiden murmeln sacht.

Im Grunde ties und kühle,

Wo das Verderben droht,

Und wo die Wasser rinnen,

Wie ist da süß zu minnen!

Ich geh' den Weg zur Mühle

Nach jedem Abendrot.