Der Sklave

F. Weingartner

Wie ist mein zitterndes Herz entbrannt,

du brauner Sklave von Samarkand!

Die Sonne lodert wie Gift und Glut

über die Stadt und über der Flut!

Komm du mit mir in mein weißes Haus!

Und küß ich den blassen Mund dir rot, —

deine Augen sind traurig wie der Tod.

Deine Augen blicken so leer und starr

unter dem seidenen Wimperhaar,

du Allerschönster von Samarkand!

Schweigst du noch immer? — Und kalt bleibt dein Mund!

Nieder mit dir auf die Kniee, du Hund!

Über dem Bett, das spitzenbesäumt

hinter des Baldachins Falten träumt,

hängt eine Peitsche mit goldenem Griff,

Nieder mit dir auf die Kniee, du Sklav,

hei, — wie der sausende Hieb dich traf!

Und seltsam leuchten und wunderbar

die Lotosblumen in deinem Haar,

und die Tropfen Blut auf deiner Haut!