Liebe und Freundschaft
F. Wollank
Es blühen zwei Röslein im Walde,
Sie duften auf lachenden Höh'n;
Daß jeder sie heilig doch halte!
Dann wäre dies Leben so schön!
Sie hauchen in lieblicher Fülle
Bezaubernden Duft durch den Wald,
Und ziehen in heilige Stille
Den Jüngling mit süßer Gewalt!
Es folget dem heimlichen Wehen
Wohl selbst der Bekümmerten Schmerz,
Und dort, wo die Röselein stehen,
Kommt Tröstung herüber in's Herz.
Sie hellen mit freundlichem Schimmer
Des Pilgers bedornete Bahn,
Und führen ihn immer, ja! immer
Zur strahlenden Hoffnung hinan!
Doch wenn er die heilige Stätte
Betrübet durch Wort und durch That,
Dann löst sich die heimliche Kette,
Und dorniger wird dann sein Pfad!
Der Röselein Zauber verschwinden,
Es welket das duftende Blatt,
Und Trauergesänge verkünden
Des Pilgers entehrende That!
Es blühen zwei Röslein im Walde,
Sie duften auf lachenden Höh'n;
Daß jeder sie heilig doch halte!
Dann wäre dies Leben so schön!
Mit himmlischer Wonne erfüllet
Das eine das liebende Herz,
Und Ach! das and're, es stillet
Des Lebens erdrückenden Schmerz!