Morgenlied I
F. Zeileis
Nun tritt ganz sacht aus dem Dunkel heraus.
Die Türen sind blind und verschlossen,
Aber schon hat sich von Haus zu Haus
Das Leuchten der Frühe ergossen.
Im kühlen Hauche des Morgens quillt
Der Atem der werdenden Dinge,
Und linde löst sich der Ferne Bild
Wie ein Glanz von der Nebelschwinge.
Und alles fühlst du nun groß und rein
Wie den Himmel an heiligen Tagen,
Viele fromme Worte fallen dir ein,
Doch du mußt sie Gott nicht8 erst sagen;
Du brauchst nur dein rauschendes Herz hinein
In den lauschenden Morgen zu tragen.