In dem Schatten meiner Locken

Felix von Woyrsch

In dem Schatten meiner Locken

Schlief mir mein Geliebter ein.

Weck' ich ihn nun auf? -- Ach nein!

Sorglich strählt' ich meine krausen

Locken täglich in der Frühe,

Doch umsonst ist meine Mühe,

Weil die Winde sie zerzausen.

Lockenschatten, Windessausen

Schläferten den Liebsten ein.

Weck' ich ihn nun auf? -- Ach nein!

Hören muß ich, wie ihn gräme,

Daß er schmachtet schon so lange,

Daß ihm Leben geb' und nehme

Diese meine braune Wange,

Und er nennt mich seine Schlange,

Und doch schlief er bei mir ein.

Weck' ich ihn nun auf? -- Ach nein!