Air cosaque

Ferdinand Ries

Olis

Schöne Minka, ich muß scheiden!

Ach, du fühltest nicht das Leiden,

Fern auf freudenlosen Heiden

Fern zu sein von dir!

Finster wird der Tag mir scheinen,

Einsam werd' ich gehen und weinen;

Auf den Bergen, in den Hainen

Ruf' ich, Minka, dir!

Nie werd' ich von dir mich wenden;

Mit den Lippen, mit den Händen

Werd' ich Grüße zu dir senden

Von entfernten Höhn!

Mancher Mond wird noch vergehen,

Ehe wir uns wiedersehen:

Ach, vernimm mein letztes Flehen:

Bleib mir treu und schön!

Minka

Du, mein Olis, mich verlassen?

Meine Wange wird erblassen!

Alle Freuden werd' ich hassen,

Die sich freundlich nahn!

Ach, den Nächten und den Tagen

Werd' ich meinen Kummer klagen;

Alle Lüfte werd' ich fragen,

Ob sie Olis sahn!

Tief verstummen meine Lieder,

Meine Augen schlag' ich nieder,

Aber seh' ich einst dich wieder,

Dann wird's anders sein!

Ob auch all die frischen Farben

Deiner Jugendblüte starben:

Ja, mit Wunden und mit Narben

Bist du, Süßer, mein!