An Emma

Ferdinand Sieber

Weit in nebelgrauer Ferne

Liegt mir das vergang'ne Glück,

Nur an Einem schönen Sterne

Weilt mit Liebe noch der Blick,

Aber wie des Sternes Pracht

Ist es nur ein Schein der Nacht.

Deckte dir der lange Schlummer,

Dir der Tod die Augen zu,

Dich besäße doch mein Kummer,

Meinem Herzen lebtest du.

Aber ach! du lebst im Licht,

Meiner Liebe lebst du nicht.

Kann der Liebe süß Verlangen,

Emma, kann's vergänglich seyn?

Was dahin ist und vergangen,

Emma, kann's die Liebe seyn?

[Ihrer Flamme Himmelsglut,

Stirbt sie, wie ein irdisch Gut?]