Mariechen, komm ans Fensterlein

Francis George Scott

Mariechen, komm ans Fensterlein,

Die Uhr das süße Stündchen zeigt,

Laß leuchten deines Lächelns Schein,

Dem gier'ger Habsucht Reichtum weicht!

Froh wollt' ich sein bei Sturm und Graus,

Ein mürder Sklave früh und spät,

Brächt' ich den Lohn mir mit nach Haus,

Daß nie Mariechens Treu' verweht.

Als gestern man die Zither schlug,

Im hellen Saal tanzt' hin und her,

Zu dir den Geist sein Fittiche trug,

Ich sah und hörte sonst nichts mehr!

Die waren schön, die waren gut,

Dir galt ihr aller Lebehoch!

Ach, seufzt' ich leis' untreuen Mut:

Nicht seid ihr mein Mariechen doch!

Stör nicht, o Mädchen, meine Ruh',

Ich stürbe freudig ja für dich!

In meinem Herzen lebst nur du,

O nicht dies schuldlos Herze brich!

Kannst Lieb' um Liebe nicht verleihn:

Gewähre Mitleid meinem Weh!

Nicht fühllos kann Mariechen sein,

Wenn ich in stillem Leid vergeh!