Der Schrei

Frank Martin

Die Kompagnie liegt jenseits der Raab.

Der von Langenau reitet hin, allein.

Ebene. Abend. Der Beschlag vorn am Sattel glänzt durch den Staub.

Und dann steigt der Mond. Er sieht es an seinen Händen.

Er träumt.

Aber da schreit es ihn an.

Schreit, schreit,

zerreißt ihm den Traum.

Das ist keine Eule. Barmherzigkeit:

der einzige Baum

schreit ihn an:

Mann!

Und er schaut: es bäumt sich. Es bäumt sich ein Leib

den Baum entlang, und ein junges Weib,

blutig und bloß,

fällt ihn an: Mach mich los!

Und er springt hinab in das schwarze Grün

und durchhaut die heißen Stricke;

und er sieht ihre Blicke glühn

und ihre Zähne beißen.

Lacht sie?

Ihn graust.

Und er sitzt schon zu Roß

und jagt in die Nacht. Blutige Schnüre fest in der Faust.