Unter der Linden

Frank Martin

Unter der Linden,

bei der Heide,

Da unser beider Bette was,

Da könnet ihr finden,

wie wir beide

Die Blumen brachen und das Gras.

Vor dem Wald in einem Tal!

Tandaradei

Sang so süß die Nachtigall.

Kam da gegangen

hin zur Aue

Und mein Liebster war schon da.

Da ward ich empfangen,

hehre Fraue,

O welches Glück, daß ich ihn sah!

Ob er mich küßte? So manche Stund!

Tandaradei

Seht, wie rot mir ist der Mund!

Da hat er gemachet

schnell bei Scherzen

von Blumen reich die Ruhestatt;

Ja, mancher noch lachet

von ganzem Herzen,

Wenn er kommt denselben Pfad.

An den Rosen er wohl mag --

Tandaradei

Merken, wo das Haupt mir lag.

Wüßte das einer,

daß geblieben

Er bei mir, ich schämte mich.

O wollte doch keiner,

was wir trieben

Erfahren je, nur er und ich.

Und ein kleines Vögelein --

Tandaradei

Das wird wohl verschwiegen sein!