Der Hirtin Wahl
(Franz) Carl Adalbert Eberwein
Tadelt nicht den jungen Hirten,
Den mein Herz sich auserkor!
Alle, die mich sonst umgirrten,
Hoben schöner sich hervor:
Aber häßlich hin und her!
Keiner liebt so treu als er.
Zwar beginnt mein Hund zu heulen,
Und die Heerde nimmt die Flucht,
Wenn mein Liebster, gleich den Eulen,
Im Gesange sich versucht:
Doch er singe rauch und schwer!
Keiner liebt so treu als er.
Auch bei unsern Hirtenfesten
Zeigt er auf dem grünen Plan
Sich als Tänzer nicht zum besten,
Und verfehlt oft Tackt und Bahn:
Doch er tanze wie ein Bär!
Keiner liebt so treu als er.
Andre sind wohl schön wie Engel,
Singen trefflich, tanzen fein:
Dennoch soll der Mann voll Mängel
Ewig mein Geliebter sein.
Jene flattern hin und her;
Keiner liebt so treu als er.