Indische Serenade

Franz Carl Bornschein

Ich erwach am Traum von Dir

im ersten süßen Schlaf der Nacht,

wenn die Winde leise atmen,

und im Glanz der Sternenpracht

wach ich auf am Traum von Dir,

und ein Geist lenkt meine Füße

wer weiß wie -- auf welchen Pfaden

an Dein Kammerfenster, Süße!

Streichende Winde verzagen

auf dem dunklen, stillen Strom;

Magnoliendüfte verwehen

wie süße Gedanken im Traum;

Der Nachtigall süß' Klagen

erstirbt an ihrer Brust;

wie, Liebste, ich, so wie du bist,

an deiner Brust ersterben muss!

O hilf mir auf vom Gras!

Ich sterbe, zage, stürze nieder!

Lass Deine Liebe Küsse regnen

auf meinen Mund und meine bleichen Lider.

Meine Wang' ist kalt und blass!

Mein Herz pocht laut und hetzt;

Ach drücke es an Deines wieder,

wo es dann brechen wird zuletzt.