Der Bund
Franz Danzi
Hast du's in meinem Auge nicht gelesen
Was ungestüm dein Mund seit gestern fragt?
Ich ahn' in dir das gleichgeschaffne Wesen,
Und meines Daseins öde Dämmrung tagt;
In dunkler Wolke webt mit leiser Hand
Die Sympathie geheimnißvoll ihr Band.
Empfang', Ersehnter, diese Freudenzähre
Zum Dank, daß du den Himmel mir enthüllt!
Der Erd' entführt ins Thal der Schattenchöre
Einst Psyche nur allein dein holdes Bild;
So rettete von Tauris wildem Strand
Sein Heiligtum Orest ins beßre Land.
Du, den ich kühn aus Tausenden erwähle,
O Schöpfer hoffnungsvoller Blüthenzeit!
In diesem Kuß nimm meine ganze Seele,
In diesem Ring, das Pfand der Ewigkeit;
Am Sternenhimmel flammt das heil'ge Wort:
Der Geister Einklang tönt unendlich fort.