Am Manzanares

Franz von Gernerth

Am Ufer des Flusses,

Des Manzanares,

Spült Linnen das Mädchen

Und trocknet's im Winde.

Und taucht sie das Linnen

Ins Wasser hinein,

Da halten mit Rinnen

Die Fluthen schon ein;

Und der Stein, drauf sie's windet,

Fängt hell an zu glühn,

Und das Ufer wird grün

Am Manzanares,

Wo das Mädchen Linnen spült

Und trocknet im Winde.

Wo sie tritt in die Welle

Mit schneeigen Fuß,

Da scheint auf der Stelle

Krystallen der Fluß,

Perlmutter die Rosen,

Wo die Tücher sie spannt,

Und ein Garten das Land

Am Manzanares,

Wo das Mädchen Linnen spült

Und trocknet im Winde.

Die Winde, die lauen,

Verhalten den Hauch,

Und der Himmel ruht auch,

Ihr Antlitz zu schauen.

Und es spiegeln die Wasser

So klar und so mild,

Das reizende Bild

Im Manzanares,

Wie das Mädchen Linnen spült

Und trocknet im Winde.