Im Sturm

Franz von Holstein

Wie sich die Nebelzüge dort

Dräuend zu Wolken verdichten,

Rausche, Regen, pfeife, Sturm,

Berstet, ihr nadligen Fichten!

Einst auch braust' es im Herzen drin,

Wollt ihr deß mich erinnern?

Rausche, Regen, und heule, Sturm,

Ich hab' Frieden im Innern.

Über den schäumenden Gießbach weg

Wage den feuchten Sprung nur,

Nasse Kühle verdüftet schnell,

Ist man feurig und jung nur.

Die ihr Eichen wie Blumen pflückt,

O ihr wilden Gewalten --

Wie vor dem rasenden Ungestüm

Selber die Felsen spalten.

Horch, nun werden die Donner wach,

Die in den Lüften schliefen --

Vorwärts, wenn von der Feuchte gleich

Wangen und Locken triefen!

In dem wilden verworrenen Streit

Soll mich die Ruhe erquicken --

Wende dich! von den Blitzen erhellt

Möcht' ich dein Antlitz erblicken.

Nun, Gesell, ein lustiges Lied,

Laß es brausen und schallen,

Wir, die größer als Donner und Blitz,

Lachen und trotzen Allen!