Der Frühling

Frédéric Chopin

Glänzt auf allen Blüten

Tröpfchen Tau so helle,

sanfte Winde kosen,

murmelt leis die Quelle;

Durch das Tal so reizend

schweift so gern der Blick,

Alles blüht und duftet

wie ein junges Glück

Aus der Näh' und Ferne

Heerdenglöcklein tönen.

die Schalmei erwecket

träumerisches Sehnen:

Und nun sing ich leise

mir ein altes Lied

das aus schönen Tagen

durch die Seele zieht

Und es quillt die Träne

und das Bächlein klinget,

über mir die Lerche

Jubellieder singet;

Schwing dich auf, o Lerche,

schwinge dich empor,

immer hoch und höher

zu der Engel Chor.

Dort als ird'scher Bote

mögst du Kunde geben:

wie so schön der Frühling,

wie so kurz das Leben.