Trübe Wellen
Frédéric Chopin
Kommst von fern daher gezogen, Quell;
so trüb' sind deine Wogen,
schmolz der Schnee zu wilden Güssen,
hat die Ufer dir zerissen, zerissen?
Wohl ist Schnee auf Bergeshöhen,
Blumen viel an Ufern stehen,
doch wo rein und klar die Welle,
sitzt ein Weib an meiner Quelle.
Sieben Töchterlein geboren,
sieben Töchterlein verloren;
unter duft'gen Lenzesgaben
hat die Mutter sie begraben, begraben
Tag und nacht in Gram und Sehnen,
weint und weint sie heisse Tränen,
weint und weint in meine Quelle,
trübe wird die klare Welle.