Siehe, der Frühling währet nicht lang

Friedrich Gustav Jansen

Siehe, der Frühling währet nicht lang:

Bald ist verhallt der Nachtigall Sang.

Blühen noch heute Blumen im Feld,

Morgen ist öd' und traurig die Welt.

Aber der Liebe selige Lust

Ist sich des Wandels nimmer bewußt.

Alles auf Erden hat seine Zeit;

Frühling und Winter, Freuden und Leid,

Hoffen und Fürchten, Ruh'n und sich Müh'n,

Kommen und Scheiden, Welken unb Blüh'n.

Aber der Liebe selige Lust

Ist sich des Wandels nimmer bewußt.

Weil uns des Lebens Sonne noch scheint,

Wollen wir leben liebend vereint,

Wollen der Zukunft Wetter nicht scheu'n,

Wollen des Augenblicks uns erfreu'n!

Was auch des Himmels Fügung uns giebt,

Glücklich ist nur das Herz, das da liebt!