Flamme Gottes ist die Weihung
Friedrich Heinrich Himmel
Flamme Gottes ist die Weihung,
Die um große Seelen schwebt,
Und zur kühnen Selbstbefreiung
Jede Kraft des Geistes hebt.
Mag das wilde Schicksal walten:
Die erhabne Seele ruht,
Unter drängenden Gewalten,
Fest auf ihrem Göttermut;
Ringt sich auf vom Druck der Wolke,
Den ihr Flügelschlag besiegt,
Wenn auf dem betäubten Volke
Zürnend das Gewitter liegt.
Wer, in solcher Hoheit thronend,
Kühn es wagt, sein Gott zu sein,
Und, im eignen Himmel wohnend,
Keinen Himmel anzuschrein:
Den umfesseln Zaubergaben
Eines reichen Zufalls nicht.
O, der Freie trägt erhaben
In der Brust das Weltgericht!