Lied der Freiheit

Friedrich Johann Albrecht Muck

Wer unter eines Mädchens Hand

Sich als ein Sklave schmiegt,

Und, von der Liebe festgebannt,

In schnöden Fesseln liegt,

Weh' dem! der ist ein armer Wicht,

Er kennt die gold'ne Freiheit nicht.

Wer sich um Fürstengunst und Rang

Mit sau'rem Schweiss bemüht,

Und eingespannt sein Lebenlang,

Am Pflug des Staates zieht,

Weh' dem! der ist ein armer Wicht,

Er kennt die gold'ne Freiheit nicht.

Wer um ein schimmerndes Metall

Dem bösen Mammon dient,

Und seiner vollen Säcke Zahl

Nur zu vermehren sinnt:

Weh' dem! der ist ein armer Wicht,

Er kennt die gold'ne Freiheit nicht.

Doch wer dies Alles leicht entbehrt,

Wonach der Thor nur strebt,

Und froh bei seinem eig'nen Heerd

Nur sich, nie Andern, lebt,

Der ist's allein, der sagen kann:

Wohl mir, ich bin ein freier Mann!