Sonst und jetzt

Friedrich Wilhelm Berner

Mir blühet kein Frühling, mir lacht keine Sonne

mir duftet kein Veilchen, für mich ist alles dahin

Jetzt wall ich in Nächten, zu Stätten voll Grausen

Und weine und jammre und fleh um Tröstung zu Gott

Wie war mir's so anders, als sie mir zur Seite

Beim Schimmer des Mondes mit mir die Fluren durchstrich

Mir blühte der Frühling, mir lachte die Sonne

Mir dufteten Blümchen, ich war der Glücklichste sonst

O stille die Tränen, Nie kehren sie wieder

Die Tage der Wonne, sie sind auf ewig entflohn

O senke dein Auge, von Tränen umdüstert

Zur Erde hernieder, gern nimmt sie den Leidenden auf

Schläfst du ihr im Schoße, so findest du Ruhe

Sie trocknete manchem der Liebe Tränen schon ab.