Abschied
Friedrich Wilhelm Kücken
Nun holt mir eine Kanne Wein.
Und laßt den Becher sein von Golde;
Denn einen Trunk noch will ich weihn
Vor meinem Abschied dir, O Holde!
Am Damme dorten schwankt das Boot,
Der Fährmann schilt, das ich verziehe,
Am Baume drüben liegt das Schiff,
Und ich muß lassen dich, Marie!
Das Banner fliegt, in langer Reih
Sicht glänzen man die blanken Speere,
Von ferne tönt das Kampfgeschrei,
Und schon begegnen sich die Heere.
S'ist nicht der Sturmwind, nicht die See,
Daß ich am Ufer hier verziehe,
Auch nicht die laute Schlacht, 's ist nur,
Daß ich dich lassen muß, Marie!