Quodlibet
G. Bachlund
Wenn die Krankheit mich nicht quälet,
Leb ich gsund und wohl,
Und wenn mirs am Geld nicht fehlet,
Ist mein Beutel voll.
Wenn ich recht nach Gnügen saufe,
Durstet mich nicht mehr,
Und wenn ich mit andern raufe,
Schlag ich hin und her.
Wenn ich etwas unternehme,
Hab ich was zu thun,
Wenn ich mich um etwas gräme
Läßt es mich nicht ruhn;
Wenn ich im Pirutsche fahre,
Geh ich nicht zu Fuß;
Wenn ich Geld für andre spare,
Hab ich keinen Gnuß.
Wenn ich aif die Leiter steige,
Komm ich in die Höh,
Wenn ich was Geheims verschweige
Sag ich es nicht eh;
Wenn ich wen Bekannten grüße,
Zuck ich Fuß und Hut,
Und wenn ich die Doris küsse,
Schmeckt es mir recht gut.
Wenn ich gute Verse schreibe,
Bin ich ein Poet,
Und wenn ich gut Kegel scheibe
Werf ich auf das Brett;
Wenn ich andern etwas stehle
Hab ich Schuld daran,
Und wenn ich mich heut vermähle,
Bin ich morgen Mann.
Wenn ich auf der Gasse gehe,
Bin ich nicht zu Haus;
Wenn ich auf die Leuthe schmähe,
Schimpf ich sie recht aus;
Wenn ich in der Finster bleibe,
Seh ich keinen Strich;
Wenn ich mir Zeit vertreibe,
So verkürzt sie mich.
Wenn ich nicht Peruken trage,
Hab ich eigne Haar;
Wenn ich keine Lügen sage,
So ist alles wahr;
Wenn ich viele Jahre lebe,
Werd ich Kinderspott,
Und wenn ich den Geist aufgebe,
Bin ich Mause todt.