Der Mondstrahl fiel in der Lilie Thau
G. Bartel
Der Mondenstrahl fiel in der Lilie Tau.
Und weckte den Elfen, der sanft darin schlief;
Mit den Flügelchen zart und libellenblau
Flog der Luftige fort und athmete tief.
Er blies in sein silbernes Wunderhorn,
Da erschloss sich die Rose mit mächtigem Trieb,
Draus schwang sich behend über Blätter und Dorn
Sein ährenblondes, sein süßes Lieb.
Sie küssten sich lüstern, und flüsterten drein
Und trieben viel wonnigen Liebesscherz, —
Ich aber stand düster, und starrte darein
Und fühlte verlassen das liebende Herz.