Wie lang ist's doch, dass ich nicht sang

G. Bartel

Wie lang ist's doch, daß ich nicht sang?

Wohl Monden sind dahingegangen -

Ein langer Winter trüb und bang

Hielt mir zuletzt den Sinn befangen.

Er brachte mir des Bittern viel;

Es waren da viel falsche Zungen,

Die trieben gar ein schlimmes Spiel,

So daß mir fast das Herz zersprungen.

Zu fremder Torheit eigne Schuld

Versehrte mich mit gift'gen Pfeilen -

Doch nun Geduld, o Herz, Geduld!

Der Frühling kommt, er wird dich heilen.

Die ersten Knospen werden wach,

Der Bach entrauscht in schnellen Wogen;

Mein dumpfes Grämen rauscht ihm nach -

Frisch auf, und in die Welt gezogen!