An meine Lieder

G. Barth

Nun so zieht denn in die Ferne,

folget eurem inner'n Drang,

folget einem guten Sterne,

der euch führ' die Welt entlang!

Losgerissen von dem Herzen,

das euch liebend Leben gab,

bald in Wonne, bald in Schmerzen,

seid ihr Blüten ohne Stab.

Flatternd in die wilde Weite,

hält kein Herz euch sorgsam fest,

dass es eure Schritte leite;

Vöglein seid ihr ohne Nest.

Nun, so suchet, traute Lieder,

euch denn selbst die Heimat auf;

schüttelt Staub von dem Gefieder

und beginnt still euren Lauf!

Überall gibt's Leid zu hehlen,

das vor fremdem Blick erbebt;

überall gibt es ja Seelen,

die der Seele Gruß belebt.

Möchten Lieb' und Trostesworte

sie aus eurem Mund empfah'n!

Klopft nur an des Herzens Pforte,

und es wird euch aufgetan!