Beim Scheiden

G. Barth

Kömmt mir die düst're Ahnung,

dich nimmermehr zu seh'n,

möcht' mir das Herz wohl brechen,

ich möcht' vor Schmerz vergeh'n.

Ich kann nicht von der Stelle,

so fest hält's mich zurück,

und dennoch muss ich scheiden,

mir winkt mein ernst Geschick.

Du denkst wohl nie des Armen,

der schweigend jetzo geht,

dem seine stille Liebe

die Ferne nicht verweht;

denn wenn ich selbst auf immer

von dir getrennt und weit,

wird dir von meiner Liebe

doch manche Trän' geweiht.

Und wenn ich auch vor Sehnen

und Schmerz vergehen soll,

ich will mich selig fühlen,

leb du, leb du nur wohl!