Der Gruß

G. Barth

Der Hirt zog mit den Lämmern

ins grüne Tal nach Haus',

da schaut' im Abenddämmern

ich weit ins Land hinaus.

Die Welt lag unten stille,

ob mir der Himmel blau,

da trat aus Nebelhülle

zu mir 'ne schöne Frau.

Ihr Aug' gab trübes Scheinen

wie dort der Abendstern;

mit sanftem, stillen Weinen

begrüßt sie mich als Herrn.

Sie tät' sich zu mir neigen

und drückte mich ans Herz;

sie sprach: „Ich bin dein Eigen

mit allem meinem Schmerz.“

Und floh wie ein Gedanke,

ich flieh' ihr rastlos nach;

die Sehnsucht war's, die kranke,

die also zu mir sprach.