Wandrers Lust

G. Barth

Ich wandle fröhlich, wandle hin

durch Wälder und durch Auen,

nichts störet meinen frohen Sinn,

kann ich ins Freie schauen.

Und bald erschallet dann mein Lied,

es tönt durch Tal und Klüfte

und schwinget sich empor und zieht

bis in die blauen Lüfte.

Ich wandle immer fröhlich fort,

bis mir der Abend winket,

und dann im fernen Westen dort

die Sonne niedersinket.

Ich wandle, bis im Abendschein

mir dann die Heimat lachet,

wo süße Liebe denket mein,

und wahre Treue wachet.

Und sinket auch auf Wald und Hain

die dunkle Nacht hernieder,

der Morgen ist ja wieder mein,

mir glänzt die Sonne wieder!