Reichtum in der Liebe

G. Bäumler

Mein Liebchen ist gar nicht von vornehmem Stand,

Keine hochwohlgeborene Dame,

Und wird sie gerufen und wird sie genannt,

So ertönt kein klingender Name.

Doch das grämet mich nicht und das kümmert mich nicht,

Denn ich lieb' nicht den Namen, ich lieb' das Gesicht.

Es schmückt sie nicht Gold und nicht Edelgestein,

Sie trägt keine Kleider von Seide,

Ihr Zimmer ist niedrig und dürstig und klein,

Hat Raum, nur kaum sür uns beide.

Doch was kümmert mich das und was frag' ich danach?

Es braucht keinen dritten in unserem Gemach!

Nnd hat sie nicht Schätze, so ist sie mein Schatz,

Mein süßer, mein trauter, mein lieber;

Und wohnt mir im Herzen am obersten Platz,

Keine Königin wohnet darüber.

Und der Reiche sei reich und behalte sein Geld, --

Wenn die Liebste mich küßt, so gehört mir die Welt.