Stosst an!

G. Bäumler

Wir ritten scharf und schwangen frisch

Den Stahl, des Reiches Rächer;

Nun reit' ich auf dem Wirtshaustisch

Und schwing' den blanken Becher.

Das Gold, das uns der Stahl gewinnt,

Im goldnen Wein das Gold zerrinnt:

Stoßt an! Der Wein soll leben!

Frau Sonne, dir ein Glas zur Ehr'!

Wie lachst du heut' so heiter!

Oft hast auf Welschlands Flur du schwer

Geplagt die durst'gen Streiter.

Doch hat daheim uns deine Glut

Gereift das edle Rebenblut!

Stoßt an! Ein Hoch der Sonne!

Was schaut ihr schämig nur von fern

Und kichert hinterm Zaune?

Und habt den Landsknecht doch so gern,

Ihr Mägdlein, blond und braune!

Ein roter Mund, ein firner Wein

Darf nimmer ungekostet sein:

Stoßt an! Mein Schatz soll leben!

Der Tag verrinnt, der Wein verbraust,

Das letzte Hoch laßt steigen,

Dann nehmt den blanken Stahl zur Faust,

Und fort zum wilden Reigen!

Und trifft uns selbst der Todesstreich,

So sei's für Kaiser und für Reich!

Stoßt an! Ein Hoch dem Reiche!