Burschenlied
G. Bergmann
Nun endlich ist die Nacht herum.
Frisch auf, du Volk der Jungen!
Das Lied von Evangelium
Ist wieder durchgedrungen:
Vom jungen frischen Blut,
Vom frohen Jugendmuth,
Vom frommen Herzensklang
und freiem Geistesdrang --
Frisch, fromm und frei und fröhlich!
Im Dienst der Sünde geht die Kraft
Des Sinnenknechtes unter,
Doch unsre reine Brüderschaft
Ist frisch, gesund und munter,
Und dieser frische Hauch
Geht durch die Herzen auch
Vervehmt ist und verflucht
Wer Sitte, Ehr' und Zucht
In Wort und Thaten schändet.
Das frohe Herz in reiner Brust,
Wir wollen's treu bewahren
Und uns des Scherzes und der Lust
Erfreu'n in jungen Jahren.
Ein heitrer Liedervers,
Gejubelt beim Commers
In froher Brüderschaft
Leiht neue Geisteskraft
Und Muth zum Kampf des Lebens.
Wir ehren fromm den höchsten Geist,
Nur ihm gilt unser Streben;
Nur Ihm, der Gott der Liebe heißt,
Ist unsre Lieb' ergeben.
Ihm trau'n wir immerdar,
Denn er ist ewig wahr.
Fort Lügentyrannei!
Die Wahrheit macht uns frei,
Und Gott ist ew'ge Wahrheit.
Und ziemt und ziert ein freier Geist,
Der eignen Bahnen wandelt,
Dem Schlendrian sich stark entreißt
Und, wie er denkt, auch handelt,
Frei sind wir allesamt,
Wenn's hoch im Herzen flammt
Für Wahrheit, Licht und Recht;
Der Geist wird nimmer Knecht,
Er ist und bleibt der Freie.
Nach diesem Evangelium
Laßt handeln uns und beten,
Denn wird das Salz der Erde dumm,
So wird's vom Volk zertreten.
Frisch, fr&oulmhlich, fromm und frei!
Ist unser Feldgeschrei.
Wohlauf mit Muth und Kraft,
Studentenbrüderschaft,
Du Völklein sonder Gleichen!