Chor der Engel am Christabend

G. Bergmann

Die schönste Nacht der Erde

Umschattet Land und Fluth,

Damit erhoben werde

Auf's neu, des Menschen Muth.

Viel stille Geister ziehen

Durch's Dunkel dieser Nacht,

Und singen Melodien

Gar lieblich fromm und sacht.

Nur Wen'ge aber hören

Den seltsam fremden Ton

Von jenen sel'gen Chören

In diesem Leben schon.

Der Meisten Ohr verschließet

Die Sucht nach ird'schem Tand,

Der gleich dem Schaum zerfließet

In eines Menschen Hand.

Darum auch angezündet

Hat Gott im Himmelsraum, --

Daß er vom Sohn verkündet, --

Den größten Weihnachtsbaum.

Mit Miriaden Sternen

Hat er den Baum erhellt,

Daß er durch alle Fernen

Hinleuchte durch die Welt.

Daß sie, die ihn nicht hören,

Den Herrn im Bilde schau'n,

Und Zweifel nicht bethören

Ihr kindliches Vertrau'n.

Und jeglich Sternlein lächelt

Auf Einen mild herab,

Daß Hoffnung ihn umfächelt

Bis Ruh ihm wird im Grab.

Das ist die heil'ge Stunde,

In der der Vater spricht

Mit stummbewegtem Munde:

"Vergeßt des Sühners nicht."