Komm über das Meer

G. Bergmann

O komme geschwind

Über's Meer, mein Kind,

Durch Sonnenschein, Sturm oder Schnee!

Die Zeit rollt hin,

Ein treuer Sinn

Bleibt sich gleich, wohin er auch geh'!

Laß dräu'n das Geschick,

die Lieb' trotzt der Noth;

Wo du bist, da ist Leben,

wo du nicht bist -- ist Tod.

Drum komme geschwind

Über's Meer, mein Kind,

Ob wild auch der Sturmwind weh'!

Die Zeit rollt hin,

Ein treuer Sinn

Bleibt sich gleich, wohin er auch geh'!

Ist nicht die Flut

Für die Freien gut,

Das Land nur für Sclaven und Ketten?

Hier seufzen wir schwer,

Doch kann das Meer

Uns're Liebe und Freiheit retten!

Kein Auge sieht,

und kein Spott verlacht uns,

Die Erde vergißt,

und der Himmel bewacht uns:

Drum komme geschwind

Über's Meer, mein Kind,

Durch Sonnenschein, Sturm oder Schnee!

Die Zeit rollt hin,

Ein treuer Sinn

Bleibt sich gleich, wohin er auch geh'!