Liebesboten

G. Bergmann

Wer treulich liebt, ist nicht verlassen,

Sei er auch einsam und allein:

Es wird ihn alles lind umfassen,

Es will ihm alles Bote sein.

Die Thäler blühn, die Wipfel klingen,

Die Auen grüßen, wo er zieht;

Und manche trauten Orte singen

Von Liebe ihm ein heimlich Lied.

Und wo er wandelt auf den Wegen,

Lauscht seinem Wunsch das stille Land

Und bringet Blumen ihm entgegen

Zu einem süßen Liebespfand.

Und Vögel tragen seine Lieder

Auf ihren muntern Schwingen fort;

Und seine Grüße hallen wieder

Zum fernen Lieb von Ort zu Ort.

Und Windes Wehn und Waldes Rauschen,

Die bringen tausend Küsse mit;

So kann er Liebeskunde tauschen

In weiter Welt auf jeden Schritt.

Und selbst des Himmels goldne Sterne

Sind seiner Liebe zugethan

Und ziehen in die dunkle Ferne

Von Herz zu Herzen lichte Bahn.

Und alles will ihn lind umfassen,

Und alles will ihm Bote sein -

Wer treulich liebt, ist nicht verlassen,

Sei er auch einsam und allein.