Unter den Palmenzweigen

G. Concone

Unter den Palmenzweigen,

wann wir uns seh'n vor Nacht,

Herz sich will offen zeigen,

dann hält ein Sklave Wacht.

Ob auch geschlossen die Pforte,

finster er nach uns blickt,

wann uns an kühlem Orte

Duft der Blüten erquickt.

Unter den Palmenzweigen,

trotz schwarzer Sklaven Wacht,

offen sich Herzen zeigen,

wann wir uns seh'n vor Nacht.

Kommt nun am Himmelsbogen

der bleiche Mond gezogen,

ein Schwan auf dunklem Fluss,

ruf' ich: Rege die Schwingen!

Soll der Mutter ja bringen

der Tochter Abschiedsgruß.

Diese Gegend, o Grauen,

ist für uns ein Grab!

Der Heimat schöne Auen

ich im Herzen zur hab'.

Wann purpurgolden malen

der Morgenröte Strahlen

der Minarette Dach,

wann dann zu dem Propheten

die Muselmänner beten,

wird neu mein Leiden wach!

Diese Gegend, o Grauen

etc.

Unter die Palmen

kommen wir stets vor Nacht.