Im Dämmerlicht
G. Eberlein
Dein Angesicht in bleicher Schöne,
Ich sah es jüngst den Sternen zugewandt.
Und weiche zauberische Töne
Entquellen deiner weichen Hand.
O, laß mich still vor Deiner Thüre steh'n,
Im Dämmerlicht den theuren Schatten seh'n!
Und träumend sehnende Gedanken,
Vergang'nes Glück, vergang'nes Leid,
Sie wollen durch die Nacht sich ranken,
Zu Dir, aus meiner Einsamkeit.
O, lass' mich still vor Deiner Thüre steh'n,
Im Dämmerlicht den theuren Schatten seh'n!
Ich hoffe nichts von Frühlingstagen,
Kein Sehnen das Verlor'ne wiederbringt.
Der dunkeln Nacht nur will ich klagen,
Daß mir Dein Bild, mein holder Stern, versinkt,
O, lass' mich still vor Deiner Thüre steh'n,
Im Dämmerlicht den theuren Schatten seh'n!