Reue

G. Enescu

Geh' nicht dahin, wo die Reue wohnt,

Durch diese Höllenpforte.

Wo eis'ge Nacht und Verderben thront,

Tritt man mit leichtem Worte.

Geh' nicht dahin, wo die Reue haust,

Da wird dein Herz zertreten.

In Folterqualen und schmerzumbraust,

Da kannst du nicht mehr beten.

Geh' nicht dahin, wo die Reue harrt,

In Angst dich auszuwinden,

Wo dir der Schrecken ins Antlitz starrt,

Wo Henkershände dich binden.

Geh' nicht dahin, wo die Reue steht,

Sie streckt dich unter die Füße,

Bis dir das Sehen, der Athem vergeht,

Dann zischt sie dir zu: Nun büße!

Geh' nicht dahin, wo die Reue lockt

Mit sinnbethörendem Winken;

Sie würgt dir hinab, was du eingebrockt,

Läßt dich in Gluthen ertrinken.