Lied des Mädchens

G. Erlanger

O Mond, mein leichtend heller Mond, im klaren Lichtgewande,

Der du dort oben ziehst im Blau, und der du niederschauest,

O sahst du meine Liebe nicht, den vielgeliebten Jüngling?

In welchem Schlosse sitzt er nun, in welchem Schlosse trinkt er?

Weß Hände schenken ihm den Wein? -- und ach, die meinen rasten.

Weß Auge schaun ihn an mit Lust? -- und meine sind wohl Thränen.

An wessen Tische ruht er aus? -- und meiner steht verlassen.

Weß Lippe küßt und kos't mit ihm? -- und meine brennt in Sehnsucht!