Sommermondnacht

G. Fischer

Wo ich schleich' in stillen Gründen,

Welch ein Zauber will mich binden!

Leise Winde

Säuseln linde,

Zweige flüstern Mondgespräche,

Fernher rieseln Silberbäche.

Wie in holdem Liedumschlingen

Schatten mit den Schatten ringen,

Und dazwischen

Aus den Büschen

Die gebrochnen Mondenlichter

Zeigen seltsame Gesichter.

Sind's Gnomiden, sind es Feeen

Die der holden Nacht sich freuen,

Schalkhaft necken,

Sich verstecken,

Jetzt ein loses Köpfchen zeigen,

Husch sich dann zur Tiefe neigen?

Oben aber in den Fernen

Blickt aus tausend Augensternen

Ewig neue

Lieb' und Treue,

Wandelt fort auf den geraden

Unverrückten stäten Pfaden.

Wo die Formen dort zerfließen,

Hier am Festen, am Gewissen

Will ich halten!

Euch Gestalten,

Bürgen mir des Ewig-Wahren,

Tief im tiefsten Sinn bewahren.