Wandrers Lied
G. Fischer
Reise zu Fuß, Reise zu Fuß!
Da vernimmst du Menschengruß.
Schön ist Fahren, schöner Reiten,
Doch dir wird erst wohlgemuth,
Siehest du mit frischem Muth
O zu Fuß!
Einen Menschen schreiten.
Heissa, durch die Menschenbrust
Setzt allein der Mensch mit Lust!
Bringt auch über Fluß und Graben
Und durch Regenguß und Wind
Dich ein wack'res Roß geschwind --
In der Brust
Kannst du früher Herberg' haben.
Alles will dir ganz vertraun,
Nah dir in die Augen schaun:
Sonne sieht nicht von der Seite,
Regen ist als Freund ganz dreist,
Wind sich um den Bruder reißt --
Ganz Vertraun
Gibt der Mond dir das Geleite.
Früh -- o schöner Lebenslauf --
Tausend Kehlen thun sich auf!
Du allein bist nicht verschwiegen:
Dankbar greifst du in die Brust,
Holst ein Lied mit Menschenlust,
Läßt es hinauf,
Vogel zu den Vögeln, fliegen!
Reise zu Fuß, Reise zu Fuß!
Da verstehst du Menschengruß!
Was dir trüb' zu Haus' geblieben,
Siehst du an als späte Saat,
Frühjahr kommt und schaffet Rath --
Du zu Fuß,
Lerne neue Früchte lieben!