O wie schön aus der Tannen Nacht

G. Flügel

O wie schön aus der Tannen Nacht

Blitzest, mein Bach, du, im Demantschein;

Stürzest weiter in silberner Pracht,

Denkst nicht der Blumen am Felsgestein! --

Ach! was sollen die Blumen mir?

Finde nicht Ruhe da oben hier!

Drunten allein der tiefe See,

Der verstehet mein ewges Weh!

Fort und fort, wie donnert's mit Macht,

Horch! und wie rauscht und braust es so laut!

Droben, mein Bach, in der Tannen Nacht,

Freust du dich nimmer der Stille traut? --

Mögen die Blumen erzittern bang,

Laßt, o laßt mir den Klaggesang!

Drunten allein im tiefen See,

Mag ich stillen mein ewges Weh!