Trost
G. Flügel
Sag', was sollen diese Thränen
Auf der Wange blaß und bleich?
Kennt nicht Gott dein banges Sehnen?
Ist Er denn nicht gut und reich?
Sieh', wie schön die Blumen blühen,
Weiß und roth und gelb und blau!
Er ist's der nach Mittagsglühen
Sie erquickt mit kühlem Thau.
Horch, wie froh die Vögel singen --
Ihm, der sie so reichlich nährt,
Lerchen, Finken, Emmerlingen,
Stets ihr Körnlein treu bescheert.
Trockne deine heißen Zähren
Von dem bleichen Angesicht;
Bald wird er dir Trost gewähren --
Er vergißt dich ewig nicht.