Am Ufer

G. Frumerie

Junge Mädchen pflücken Lotosblumen

An dem Uferrande. Zwischen Büschen,

Zwischen Blättern sitzen sie und sammeln

Blüten, Blüten in den Schoß und rufen

Sich einander Neckereien zu.

Goldne Sonne webt um die Gestalten,

Spiegelt sie im blanken Wasser wider,

Ihre Kleider, ihre süßen Augen,

Und der Wind hebt kosend das Gewebe

Ihrer Ärmel auf und führt den Zauber

Ihrer Wohlgerüche durch die Luft.

Sieh, was tummeln sich für schöne Knaben

An dem Uferrand auf mutigen Rossen?

Zwischen dem Geäst der Trauerweiden

Traben sie einher. Das Roß des einen

Wiehert auf und scheut und saust dahin

Und zerstampft die hingesunkenen Blüten.

Und die schönste von den Jungfraun sendet

Lange Blicke ihm der Sorge nach.

Ihre stolze Haltung ist nur Lüge:

In dem Funkeln ihrer großen Augen

Wehklagt die Erregung ihres Herzens.