Der Liebeskranke

G. Gerson

Mir thut's so weh im Herzen!

Ich bin so matt und krank!

Ich schlafe nicht vor Schmerzen;

Mag Speise nicht und Trank;

Seh' Alles sich entfärben,

Was schön war rund umher.

Nichts, Molly, als zu sterben,

Nichts, Liebchen, wünsch' ich mehr.

Zwar könnte noch mich laben

Ein Kelch, der mir behagt:

Allein die Götter haben

Ihn meinem Durst versagt.

Wohl fleh' ich, ihn zu stillen,

Vergebens Dich und Sie.

Denn tränk' ich auch nach Willen,

ich stillt' ihn doch wohl nie.

Drum laß mich vor den Wehen

Der ungestillten Lust

Zerschmelzen und vergehen,

Vergehn an deiner Brust!

Aus deinem süßen Munde

Laß' saugen süßen Tod!

Denn, Herzchen, ich gesunde

Sonst nie von meiner Noth.