Du und Ich
G. Gerson
Du bist klein und ich bin groß,
wie soll Mund zu Munde stehen?
Darf mich etwas bücken bloß,
und du stellst dich auf die Zehen.
Du bist arm und ich bin reich:
Brauchst dich d'rüber nicht zu grämen;
Sieh das ändert sich sogleich,
willst von mir die Hälfte nehmen?
Du bist blond und ich bin braun:
Doch das trennt nich Herz noch Hände;
Wer wird auf die Haare schau'n?
Werden alle weiß am Ende.
Du bist dünn und ich bin dick:
Laß die Ehstands-Donnerwetter
Kommen, ist ein Jahr zurück,
Werd' ich mag'rer seyn, du fetter.
Du ein Weib und ich ein Mann!
Dieser Unterschied ist's eben,
Der die andern alle kann
Mit dem ersten Blicke heben.